Praxislernen

(Besondere Organisationsformen des Dualen Lernens)

Praxislernen als besondere Organisationsform des Dualen Lernens (Broschüre als PDF-Datei) bietet Schülerinnen und Schülern an bis zu maximal drei Tagen in der Woche praktische Lerngelegenheiten an außerschulischen oder schulischen Lernorten. Für Schülerinnen und Schüler mit einem hohen Bedarf an intensiver Motivation und individueller Förderung werden verstärkt theoretische Unterrichtsinhalte mit Inhalten aus dem Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitsleben praxisorientiert verknüpft, um

  • Schülerinnen und Schüler zu befähigen, einen Schulabschluss zu erreichen,

  • sie auf die Fortsetzung des individuellen Bildungsweges durch Vermittlung von Kenntnissen und Training von Fähigkeiten vorzubereiten,

  • Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt zu geben,

  • ihnen durch Praxiserfahrungen eine Vertiefung und Erweiterung ihrer Kompetenzen zu ermöglichen.


Praxislerngruppen bieten einen verstärkten Praxisbezug durch Lernen in Werkstätten von außerbetrieblichen Ausbildungsstätten an bis zu drei Tagen pro Woche. Die Einzelheiten der Durchführung des Praxislernens in Praxislerngruppen sind in einer Rahmenkonzeption festgelegt (Ausführungsvorschriften über Duales Lernen und praxisbezogene Angebote an den Schulen der Sekundarstufe I, Anlage 4).


AG Praxislerngruppen

  • Treffen von interessierten Lehrkräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Freien Trägern der Berufsbildung

  • Bearbeitung von Fragestellungen rund um Praxislerngruppen
    z.B. Entwicklung einer Ergänzung zum Zeugnis

  • Termine
    (ca. 4 mal pro Schuljahr)

Fachtagungen Praxislerngruppen


Fotogalerie Veranstaltungen


 Kontakt

Rolf-D. Zehnel   II D 2 Ze
Senatsverwaltung für Bildung,
Jugend und Wissenschaft
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin
E-Mail: Rolf-Dieter.Zehnel@SenBJW.berlin.de
Tel. 030 / 90 22 76 157

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Sybille Kubitzki
PSW Partner Schule Wirtschaft
Servicestelle Duales Lernen
Am Schillertheater 4
10625 Berlin
E-Mail: kubitzki@psw-berlin.de
Tel. 030 / 54  71 09 95


 

 



Das Produktive Lernen bietet einen verstärkten Praxisbezug und die Berücksichtigung von Interessen durch Lernen an selbst gewählten außerschulischen Lernorten. Es sind alle Schulabschlüsse der Sekundarstufe I erreichbar. Die Einzelheiten der Durchführung des Produktiven Lernens sind in einer Rahmenkonzeption festgelegt (Ausführungsvorschriften über Duales Lernen und praxisbezogene Angebote an den Schulen der Sekundarstufe I, Anlage 3).

Ein Überblick zum Produktiven Lernen für Jugendliche findet sich hier.  Für weitere Informationen zum Produktiven Lernen in Berlin sowie eine Liste aller Schulen mit Kontaktdaten klicken Sie bitte auf die Links. 

Lehrer/innen qualifizieren sich in einer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung für die Arbeit im Produktiven Lernen, angeboten durch das Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE). Hier finden sie weitere Informationen für interessierte Pädagog/inn/en.



Schülerfirmen in der Besonderen Organisationsform – ein Erfolgsmodell auf dem Weg zum Erwachsenwerden

Eigene Ideen realisieren, Neues testen, verschiedene Arbeitsfelder ausprobieren – auch für die Zeit nach der Schule, Fähigkeiten und Kompetenzen erfahren und entdecken, selber mal Chef sein, Lehrer als Begleitende erleben, mit Freunden arbeiten und Spaß haben, an der Schule etwas verändern und vor allem, die Schule wieder als wichtigen Bezugspunkt wahrnehmen  - all das kann ein Schülerunternehmen in der Besonderen Organisationsform bieten und sein.

Schulen haben heute die Möglichkeit, insbesondere für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse, die voraussichtlich keinen Schulabschluss erreichen, Schule in der „besonderen Organisationsform des Dualen Lernens“ zu organisieren: Mehr Praxis, weniger Theorie durch die Herauslösung aus dem normalen Schulalltag. Schülerunternehmen sind hierbei ein bewährtes Konzept:

Schülerunternehmen arbeiten klassen- und jahrgangsübergreifend. Sie sind langfristig angelegte Schulprojekte, bei denen alle Entscheidungen weitestgehend von den Schülerinnen und Schülern selbst getroffen werden. Sie vermitteln wichtige Kompetenzen für den Übergang zwischen Schule und Berufsleben: Wirtschaftliches Denken und Handeln kann in Schülerunternehmen gelernt, ausprobiert und hautnah miterlebt werden.

Schülerunternehmen sind keine realen Firmen, sondern pädagogische Schulprojekte, funktionieren aber in Organisation und Struktur wie „richtige“ Unternehmen: Die Schüler und Schülerinnen entwickeln Produktideen und Dienstleistungsangebote, sie prüfen und gewährleisten Wirtschaftlichkeit, Bedarf am Markt, Organisation, Struktur und Produktivität. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gesucht und eingearbeitet, Kosten und Preise kalkuliert sowie Geschäftsprozesse verwaltet werden. Als pädagogische Projekte sind sie jedoch keine Gewerbebetriebe und zahlen keine Steuern. Jedem Schülerunternehmen steht mindestens eine pädagogische Begleitung beratend zur Seite.

Wie geht´s?

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten an drei Tagen ganz praktisch im Schülerunternehmen, zwei Tage in der Woche gibt es Unterricht. Sie erfahren so eine völlig neue Form des Lernens, nämlich handlungsorientiert und praxisnah. Schülerunternehmen in der Besonderen Organisationsform können damit unterschiedlichen Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung tragen.

Was braucht`s

Neben einem guten Konzept, dass genau auf die Schule und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler der geplanten Praxisklasse zugeschnitten ist und durch Schulleitung und sämtliche Gremien genehmigt ist, braucht es vor allem die Rückendeckung durch das Kollegium für diese besondere Art des Unterrichts.

Der betreuenden Lehrkraft muss die nötige Zeit für die Vor- und Nachbereitung zur Verfügung stehen – Praxisklassen laufen nicht nebenher. Der sozialpädagogische Betreuungsaufwand ist weit größer als in anderen Klassen, denn die Jugendlichen kommen oft mit erheblichen biografischen Belastungen. Nicht zuletzt braucht das Schülerunternehmen einen Raum zum Arbeiten und auch ein kleines Startkapital.  Und natürlich funktioniert ein Unternehmen nur, wenn das Angebot auch nachgefragt wird – das gilt genauso für ein Schülerunternehmen.

Sind diese Bedingungen erfüllt, kann eine gute Verzahnung von Theorie und Praxis gelingen und den Schülerinnen und Schülern können neue Perspektiven aufgezeigt werden.

Was bringt's?

Anerkennung, Selbstbewusstsein, Erfahrung, Wissen über die eigenen Fähigkeiten, Spaß – all das können Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit in einem Schülerunternehmen in der Besonderen Organisationsform bekommen. Die Mitarbeit in einem Schülerunternehmen bringt Fachwissen über Betriebe und wirtschaftliche Zusammenhänge, viel Erfahrung bspw. in der Buchhaltung, Produktion, Marketing oder Kundenbetreuung. Außerdem arbeiten die Schülerinnen und Schüler im Team und planen, entwickeln und realisieren zusammen eigene Projekte.

Am Ende der Schülerunternehmentätigkeit erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat, das die Chancen bei Bewerbungen, bspw. auf Ausbildungs- oder Studienplätze, erhöht.

Beispiel einer erfolgreichen Schülerfirma

Schülerfirma Catering BoZz

Die Schülerfirma Catering BoZz an der Sekundarschule Wilmersdorf ist ein Bespiel für eine erfolgreiche Schülerfirma in der Besonderen Organisationsform. Seit 2013 arbeiten hier Schüler_innen der 7. – 10. Klasse im Bereich Catering und bieten Buffets und Service für kleine und große Veranstaltungen an. Inzwischen können Sie durchaus  auch Caterings für große Veranstaltung mit 100 Teilnehmer_innen anbieten.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Sie ist Ansprechpartnerin, wenn:

  • Schülerinnen und Schüler Lust haben, ein Schülerunternehmen zu gründen oder bereits aktiv sind.
  • Pädagoginnen und Pädagogen Unterstützung brauchen bei der Umsetzung eines Schülerunternehmens.
  • Unternehmen, Vereine, Verbände, Initiativen oder Privatpersonen Kinder und Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden in einem konkreten Projekt unterstützen wollen.

Kontakt

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH (DKJS)
Elke Neumann
Regionalstelle Berlin
Tempelhofer Ufer 11
10963 Berlin
Tel.: 049 (0)30 25 76 76 -801
Fax: 049(0) 30 25 76 76 -10
E-Mail:  Elke.neumann(at)dkjs.de