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Duale Ausbildung: Deutliche Unterschiede je nach Schulabschluss und Geschlecht

Hochschulreife zahlt sich bei Berufsauswahl und Gehalt aus.

Foto: Mohamed Hassan auf Pixabay

Die Berufswahl von Auszubildenden ist stark vom Schulabschluss und vom Geschlecht abhängig. Dies zeigt die Rangfolge der beliebtesten Berufe unter den Anfängerinnen und Anfängern in der dualen Berufsausbildung im Jahr 2017. Mit höherem Schulabschluss verbessert sich der Zugang zum Angebot der dualen Berufsausbildung: Personen mit höheren Abschlüssen können Ausbildungsberufe ergreifen, die Personen mit niedrigerem Abschluss beispielsweise aufgrund der Einstellungsvoraussetzungen oder der Bewerbersituation häufig verwehrt bleiben. So sind vier der Top-5-Berufe von Ausbildungsneulingen mit Hochschul- oder Fachhochschulreife nicht in den Top 5 der anderen Abschlüsse zu finden. Das sind Industriekaufmann/-kauffrau, Fachinformatiker/in, Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Einzelhandel und Bankkaufmann/-frau. Die einzige Ausnahme ist der Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“ auf Rang 2, der auch unter den Personen mit mittlerem Schulabschluss die am zweithäufigsten begonnene Ausbildung war.

Unabhängig vom erreichten Schulabschluss konzentriert sich die Ausbildungswahl der Frauen viel stärker auf die geschlechtsspezifischen Top-5-Berufe als bei den Männern. So schlossen 38 % der Frauen einen Ausbildungsvertrag in den jeweiligen Top-5-Berufen ab, aber nur 22 % der Männer. Während bei Ausbildungsanfängerinnen mit niedrigem Abschluss eine Ausbildung zur Verkäuferin auf Platz 1 lag (15 % der angehenden Auszubildenden), begannen Frauen mit mittlerem Schulabschluss am ehesten eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (12 %) und Frauen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement (13 %). Männer mit niedrigem oder mittlerem Abschluss entschieden sich am häufigsten für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (jeweils 8 %) und Männer mit Hochschul- oder Fachhochschulreife für eine Ausbildung zum Fachinformatiker (9 %).

Ein höherer Schulabschluss zahlt sich auch auf dem Gehaltszettel aus: So verdienten Industriekaufmänner und -kauffrauen in Vollzeit nach der letzten Verdienststrukturerhebung aus dem Jahr 2014 durchschnittlich 3 420 Euro brutto im Monat. Vollzeitbeschäftigte Verkäuferinnen und Verkäufer kamen dagegen nur auf ein Durchschnittsgehalt von 2 358 Euro. 

Die duale – oder betriebliche – Berufsausbildung repräsentiert den Großteil des beruflichen Ausbildungsgeschehens in Deutschland. Neben der dualen Berufsausbildung gibt es die Möglichkeit, an staatlich anerkannten Schulen Ausbildungsgänge wie Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Altenpfleger/in, aber auch Erzieher/in sowie weitere landesrechtlich geregelte schulische Ausbildungen im Bereich der Sozial- und Gesundheitsdienstberufe zu absolvieren. Diese sind in der oben abgebildeten Statistik jedoch nicht enthalten.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 04.07.2019)

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