Auszüge aus dem Landeskonzept: Ziele und Adressaten

Berufs- und Studienorientierung ist eine verbindliche Aufgabe der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen, damit Jugendliche eine ihren Stärken und Fähigkeiten entsprechende und weniger an Geschlechterstereotypen orientierte Berufswahlentscheidung treffen können. Alle Schülerinnen und Schüler sollen in Verbindung mit ihrem Schulabschluss eine realistische Anschlussperspektive entwickeln, um sich möglichst gezielt eine eigenverantwortliche und selbst bestimmte berufliche Existenz aufbauen zu können.

Im Bereich der Berufs- und Studienorientierung gibt es bereits eine Vielzahl guter Aktivitäten und Konzepte, um die berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern nachhaltig zu unterstützen.

Die gelungenen Ansätze der Berufs- und Studienorientierung sollen ausgebaut und in ein systematisches, genderreflektierendes, verbindliches, transparentes und nachhaltiges System der Berufs- und Studienorientierung überführt werden, das allen Schülerinnen und Schülern zugutekommt und deren Chancen beim Zugang in den Ausbildungsmarkt oder ins Studium in Berlin, aber auch bundesweit hebt.

Es soll Transparenz über die berufs- und studienorientierenden Angebote im Land Berlin erreicht und die Umsetzung der dafür erforderlichen Maßnahmen, auch über die einzelne Schule hinausgehende, gewährleistet werden.

Ziele und Adressaten des Landeskonzepts sind folgende:

  • Für Schülerinnen und Schüler an allen allgemeinbildenden Berliner Schulen wird ein in sich schlüssiges, an Gleichstellung orientiertes, jahrgangsübergreifend kontinuierliches berufs- und studienorientierendes Mindestangebot definiert. Dieses Mindestangebot soll die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und in der Einwanderungsstadt Berlin insbesondere auf chancengleichen, geschlechtergerechten Zugang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zur Berufsausbildung und zum Studium hinwirken. Weiterhin sollen über ein Mindestangebot hinaus erforderliche Ergänzungen beschrieben werden, die aufgrund unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen in den Schulen angeboten werden können. Dies schließt ausdrücklich auch erforderliche besondere Angebote für behinderte und kognitiv, emotional oder psychisch beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler ein.
  • Dem Lernort Betrieb in den Unternehmen kommt ein besonderes Gewicht zu, so dass Betriebspraktika im Rahmen einer systematischen Berufs- und Studienorientierung besonders zu berücksichtigen sind, die sich an den betrieblichen Bedarfen orientieren. Auf eine geschlechterreflektierende, interkulturelle und diskriminierungsfreie Gestaltung der Praktika und Betriebskontakte ist hinzuwirken. Die Betriebskontakte und -praktika sollen dabei in einer abgestimmten Form (Vierstufigkeit) stattfinden und in der Regel in jedem Jahrgang der Sekundarstufe I durchgeführt werden. Die Schulen und die Unternehmen müssen dabei unterstützt werden, qualitätsvolle Praktika für alle Schülerinnen und Schüler anzubieten.
  • Die Schule soll befähigt werden, ein berufs- und studienorientierendes, genderreflektierendes Schulkonzept aufzustellen, dieses nachzuhalten und es bei Bedarf sukzessive anzupassen. Die berufs- und studienorientierenden Angebote sollen systematisch in das schulische Lernen eingebunden werden (Berufsorientierungscurriculum).
  • Schule kann eine qualifizierte Berufs- und Studienorientierung nicht alleine leisten und ist daher auf Unterstützung angewiesen. Zur Sicherstellung der erforderlichen Angebote soll eine sinnvolle Verzahnung und Kooperation der Akteure bewirkt werden. Hierbei wirkt das durch die Jugendberufsagentur implementierte BSO-Team in den allgemeinbildenden Schulen als koordinierende Stelle:
  • Basis: Berufs- und Studienorientierung durch Schule, Berufsberatung (BA), Wirtschaft und Hochschulen
    Vertiefung
    : Berufs- und studienorientierende landesweite Programme
    Ergänzung
    : Berufs- und studienorientierende bezirkliche/regionale Maßnahmen
    Vervollständigung
    : Gegebenenfalls  durch ehrenamtliche oder sonstige weitere, zweckmäßige  Angebote