Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung

Das Landeskonzept zum Download (Beschlussfassung des Senats vom 17.03.2015):

Senat beschließt Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung

Pressemitteilung Nr. PIA vom 17.03.2015

Aus der Sitzung des Senats am 17. März 2015:

Der Senat hat das von der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, vorgelegte Landeskonzept für Berufs- und Studienorientierung beschlossen. Alle Schülerinnen und Schüler bekommen damit künftig entsprechend ihren Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten sowie ihrer Leistungsbereitschaft Angebote zur weiteren Förderung ihrer Berufswahlkompetenz und nehmen an Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung (BSO) teil.

Senatorin Scheeres: „Nicht immer sind die einzelnen Angebote und Initiativen für die Schulen, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit überschaubar und ohne weiteres einzuordnen. Damit vor allem die Schulen als primärer Ort der Berufs- und Studienorientierung eine verlässliche Orientierung haben, wird hiermit ein Landeskonzept für die Berufs- und Studienorientierung vorgelegt, das einen gleichberechtigten, an individuellen Interessen und Fähigkeiten orientierten Zugang zu Ausbildung und Studium ermöglichen soll. Es ist für die allgemein bildenden weiterführenden Schulen in Berlin insofern handlungsleitend und verbindlich.“

Die Gymnasien werden in der Sekundarstufe I spätestens bis zum Schuljahr 2016/17 ein schulisches Berufsorientierungscurriculum entwickeln und ab der Jahrgangsstufe 8 für jeden Schüler und jede Schülerin mindestens eine Maßnahme zur Berufs- und Studienorientierung anbieten. In der gymnasialen Oberstufe an den Gymnasien und den Integrierten Sekundarschulen bietet der Ergänzungskurs „Studium und Beruf“ den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die eigene berufliche Zukunft zu planen und zu reflektieren. An jeder Integrierten Sekundarschule wurde mit dem Dualen Lernen eine Lernform in den Unterricht aufgenommen, die Inhalte schulischen Lernens mit Inhalten aus dem Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitsleben verknüpft und Schülerinnen und Schülern eine gute Perspektive für den Weg ins Berufsleben aufzeigen kann. Das Unterrichtsfach Wirtschaft, Arbeit, Technik an der Integrierten Sekundarschule ist das Leitfach für das Duale Lernen.

Darüber hinaus machen Landesprogramme zur vertieften Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung, die gemeinsam vom Land Berlin und der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit bzw. den Agenturen für Arbeit getragen werden, vielfältige Angebote für die Berufs- und Studienorientierung an den allgemein bildenden Schulen. In der von der Bundesregierung und allen 16 Ländern gemeinsam durchgeführten „Initiative Inklusion“ werden derzeitig zudem die besonderen Bedürfnisse schwerbehinderter Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung berücksichtigt.

Das Landeskonzept wurde federführend durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen sowie der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit erstellt. Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftskammern, von Wirtschaftsverbänden, der Gewerkschaften sowie der Hochschulen haben diesen Entwicklungsprozess intensiv begleitet und beraten.

UVB begrüßt Senatsentscheidung zur Einführung der verbindlichen Berufs- und Studienorientierung

Berlin, den 17. März 2015 - Pressemitteilung

Welcher Beruf passt zu mir? Wo liegen meine Talente und was will ich erreichen? Für viele Schüler sind das schwierige Fragen, auf die sie allein keine Antwort finden. Mangelndes Wissen über das Berufsspektrum und Fehleinschätzungen der eigenen Interessen und Fähigkeiten führen oft zu falschen Entscheidungen bei der Berufswahl. Das zeigt sich auch in der immer noch zu hohen Anzahl von Ausbildungsabbrüchen und erwerbslosen Jugendlichen.

„Das heute vom Senat beschlossene Landeskonzept zur Berufs- und Studienorientierung und das ebenfalls verabschiedete Konzept zur Berliner Jugendberufsagentur (JBA) sind zwei wichtige Meilensteine zur weiteren Senkung der Jugendarbeitslosigkeit in der Hauptstadtregion“, begrüßt UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck die Senatsentscheidung. „Bildung ist ein zentrales Thema für die Wirtschaft, vor allem mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel. Im Mittelpunkt unseres schulpolitischen Engagements steht deshalb neben einer umfassenden MINT-Förderung vor allem eine vertiefende und frühzeitige Berufs- und Studienorientierung“, sagt Amsinck weiter.

Mit dem Landeskonzept wird diese jetzt systematisiert und an allen Schulen verbindlich eingeführt. Dies gilt erstmals auch für Gymnasien, die als Weichensteller zwischen Studium und dualer Ausbildung eine große Verantwortung im Berufswahlprozess tragen. „Nun geht es vor allem darum, dass die Schulen zügig eigene Konzepte zur Berufs- und Studienorientierung erarbeiten und diese auch umsetzen. Hier werden wir als Vertreter der Wirtschaft weiterhin aktiv unterstützen“, verspricht Amsinck.

So ist das Landeskonzept zur Berufs- und Studienorientierung eng mit dem Konzept zur Berliner Jugendberufsagentur verzahnt, deren Entwicklungsprozess die UVB ebenfalls maßgeblich mit begleitet hat.

„Wir halten das Konzept der Betreuung unter einem Dach für richtig und erfolgversprechend. Auf der Grundlage einer guten Berufs- und Studienorientierung wird die Bündelung der Angebote von Arbeitsagentur, Jobcenter und Bezirk vielen Jugendlichen helfen, leichter ihren Weg in eine Ausbildung oder einen Beruf zu finden. Hamburg hat bereits gute Erfahrungen mit der Jugendberufsagentur gemacht, die wir mit Sicherheit auch auf unsere Region übertragen können. Ich freue mich, dass sich unser Engagement nun auszahlt und die Berliner Jugendberufsagentur Realität wird“, sagt Amsinck mit Blick auf die nun erfolgende Einrichtung der JBA. In vier Berliner Bezirken sollen noch in diesem Jahr die ersten Standorte eröffnet werden.