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BIBB: Ausbildungsordnung zum Beruf „Werksteinhersteller/in“ modernisiert

Filigrane Engel aus Naturwerkstein, wuchtige Brückenelemente aus Betonwerkstein oder individuelle Terrazzoböden – wenn Werksteinhersteller/-innen eines beherrschen, dann ist es der Umgang mit Natur- und Betonwerksteinen sowie Werksteinen aus künstlichen Materialien in all seinen Facetten.

Dank der modernisierten Ausbildungsordnung, die mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Kraft getreten ist, werden jetzt traditionelle Herstellungs- und Bearbeitungsverfahren mit modernsten Technologien und Materialien verknüpft.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die dreijährige Ausbildung im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis auf den neuesten Stand gebracht. Auch der Name ist neu: der/die „Werksteinhersteller/-in“ löst die nicht mehr zeitgemäße Bezeichnung „Betonstein- und Terrazzohersteller/-in“ ab, denn die neue Berufsbezeichnung umfasst alle Werksteingruppen und beinhaltet auch das Verlegen, Versetzen und Verankern von Werksteinen an Bauteilen und Bauwerken.

Mit der modernisierten Ausbildungsordnung konzentrieren sich Werksteinhersteller/-innen künftig auf den Bereich der individuellen Werksteinherstellung und -bearbeitung. Sie grenzen sich somit eindeutig von der industriellen Serienfertigung ab. So ist nun insbesondere für den Erwerb von Kompetenzen im Bereich der Terrazzoherstellung und -sanierung vor Ort sowie der Herstellung, Versetzung und Gestaltung von individuellen Treppen mehr Ausbildungszeit vorgesehen. Darüber hinaus bearbeiten sie Werksteine nicht nur mit traditionellen handwerklichen Verfahren zur Oberflächenbearbeitung wie Bossieren, Scharrieren und Kröneln. Sie verfügen auch über Qualifikationen, um Werksteinelemente mit energetischen Funktionen zu versehen, so dass beispielsweise eine Außentreppe auch im Winter dauerhaft schneefrei bleibt. Neben klassischen Materialien wie Naturstein, Beton oder Mörtel kommen zunehmend hochmoderne Materialien und Technologien zum Einsatz. So werden beispielsweise Betonwerksteine mit Carbonfasern verstärkt und Oberflächen durch Laser bearbeitet.

Mit der Modernisierung des Berufs „Werksteinhersteller/-in“ geht gleichzeitig auch die Trennung von dem bis dahin mit ihm verbundenen und nun ebenfalls modernisierten Ausbildungsberuf „Betonfertigteilbauer/-in“ einher. Die Auszubildenden beider Berufe können aber weiterhin gemeinsam die Fachklassen in Bayreuth, Eilenburg, Gelsenkirchen und Ulm besuchen. Ein Besuch der örtlichen Berufsschule im Berufsfeld „Bauwirtschaft“ im ersten Lehrjahr ist möglich.

Werksteinhersteller/-innen arbeiten überwiegend in Betrieben des Betonstein- und Terrazzoherstellerhandwerks, aber auch in Betonfertigteilwerken oder in der Steine- und Erdenindustrie. Im Anschluss an die Ausbildung stehen verschiedene Aufstiegs- und Weiterbildungswege offen, so zum Beispiel zum/zur Betonstein- und Terrazzoherstellermeister/-in oder zum/zur staatlich geprüften Techniker/-in. Die Ausbildung zum/zur Werksteinhersteller/-in ist zu den Studiengängen Bauingenieurwesen und Architektur anschlussfähig.

(Quelle: BIBB Pressemitteilung 34/2015 vom 04.08.2015)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website:
www.bibb.de/neue-berufe