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Vier Bezirke starten in diesem Jahr mit der Jugendberufsagentur Berlin

Vier Berliner Bezirke starten noch in diesem Jahr mit der Einrichtung regionaler Anlaufstellen der Jugendberufsagentur Berlin. Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Spandau werden die ersten Anlaufstellen einrichten, in denen die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit, U25-Teams, der Jobcenter und neu bestellte Beraterinnen und Berater der Jugendhilfe und beruflichen Schulen für den Übergang Schule/Beruf unter einem Dach arbeiten. Die Beratung für sozialintegrative Leistungen wird ebenfalls einbezogen. Das haben heute die Projektpartner beschlossen.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft: „Unversorgte Jugendliche oder solche, die einen Qualifizierungsplatz nach der 10. Klasse nicht antreten, werden systematisch von der Jugendberufsagentur kontaktiert. Alle Beratungs- und Unterstützungsprozesse an den allgemein bildenden Schulen sind mit den anderen Berufs- und Studienorientierungsangeboten im Unterricht und darüber hinaus in dem Berliner Landeskonzept für Berufs- und Studienorientierung festgeschrieben.“

Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen: „Wir haben in den letz-ten drei Jahren gezeigt, dass wir Jugendarbeitslosigkeit wirksam bekämpfen können. Mit der Jugendberufsagentur gehen wir den nächsten Schritt auf diesem erfolgreichen Weg. Sie vereint unter einem Dach und aus einer Hand alle unsere Angebote für einen gelungenen Übergang von der Schule in das Berufsleben. Unser Ziel ist es, dass uns kein Jugendlicher mehr verloren geht. Eine betriebliche Ausbildung ist die beste Maßnahme gegen Jugendarbeitslosigkeit. Dies belegt die Statistik, da 75 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen keine Berufsausbildung haben. Die betriebliche Ausbildung sichert auch den Berliner Unternehmen ihre Fachkräfte.“

Jutta Cordt, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der BA:
„Mit der heutigen Entscheidung ist der Weg zur Eröffnung der ersten Standorte der Jugendberufsagentur in Berlin im Herbst 2015 geebnet. Das gemeinsame Ziel, alle Jugendlichen in Berlin auf ihrem Weg von der Schule in die Ausbildung gut zu unterstützen, rückt näher. Die Jugendberufsagentur Berlin wird jetzt konkret, ein wesentliches Element ist die Verzahnung mit der Schule. Ich begrüße es deshalb, dass der Senat von Berlin auch die Umsetzung des Landeskonzepts Berufs- und Studienorientierung ab dem Schuljahr 2015/16 beschlossen hat. Die Jugendberufsagentur Berlin ist insbesondere dann erfolgreich, wenn sie auf eine frühzeitige und qualitativ hochwertige Berufs- und Studienorientierung an den allgemeinbildenden Schulen aufsetzen kann. Insofern ist auch hier ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden.“

Stefan Komoß, Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf: „Mit der Gründung von Jugendberufsagenturen ist ein Meilenstein bei der Unterstützung von Jugendlichen beschlossen worden. Wir werden als Modellbezirk alles unternehmen, damit jeder Jugendliche die passende Beratung und Unterstützung erhält. Wir streben insbesondere den unmittelbaren Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Arbeit an.“

Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg: „Ich bin sehr optimistisch, was den Erfolg der Jugendberufsagentur im Bezirk angeht, denn wir können schon heute auf ein eng geknüpftes Netzwerk von Schulen, Jugendhilfe, Arbeitsagentur und Jobcenter zurückgreifen. Ich begrüße es sehr, dass künftig Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit bekommen, vertiefende Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen.“

Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister von Spandau: „Beim Übergang von der Schule in den Beruf darf uns kein Jugendlicher und keine Jugendliche verloren gehen. Das ist die Botschaft des Tages. Weil Spandau mit die höchste Jugendarbeitslosigkeit hat, wollen wir als Bezirk so schnell wie möglich mit der Jugendberufsagentur starten. Die Voraussetzungen dafür haben wir bereits geschaffen: Ein Konsens zwischen allen Akteuren liegt vor und gemeinsame Räumlichkeiten werden innerhalb weniger Monate hergerichtet sein.“

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg: „Ich freue mich sehr über die Auswahl. Tempelhof-Schöneberg startet seine Jugendberufsagentur in der Alarichstraße, das heißt im Zentrum des Bezirks und damit für alle Jugendlichen gut zu erreichen. Als Schwerpunkt hat sich der Bezirk zum Ziel gesetzt, Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf optimal zu unterstützen. Die Jugendberufsagentur ist ein wichtiger Meilenstein dafür!“

An den Integrierten Sekundarschulen werden ab dem Schuljahr 2015/16 Teams aus einem Koordinator oder einer Koordinatorin für Berufs- und Studienorientierung, einer Berufsberaterin oder einem -berater der Agentur für Arbeit sowie einer Lehrkraft der beruflichen Schulen die Schülerinnen und Schüler für die konkrete Anschlussgestaltung in der beruflichen Qualifizierung beraten und unterstützen. Auch die Gymnasien sind von Beginn an systematisch in das Netzwerk der Jugendberufsagentur eingebunden, um alle Schülerinnen und Schüler, die nicht in die gymnasiale Oberstufe übergehen oder welche die Oberstufe abbrechen, direkt zu erreichen. Ihnen werden hochwertige berufliche Qualifizierungen angeboten. Natürlich sollen auch alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Allgemeinen Hochschulreife kontaktiert werden.

Die Vielfalt der Studienangebote oder alternativer Wege in den Beruf ist heute so groß, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern nach Orientierungshilfen fragen. Mit der Einbindung der Gymnasien in die Beratungs- und Unterstützungsstrukturen wird Berlin ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal in der Umsetzung von Jugendberufsagenturen realisieren.

Junge Menschen mit Behinderung haben durch die erfolgreichen Berufswegekonferenzen in den Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt schon ein Verfahren zum Übergang Schule/Beruf, das an das Konzept der Jugendberufsagentur angebunden wird. Damit ist gewährleistet, dass Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Beratungsangebote im Übergang Schule/Beruf auch über die Jugendberufsagentur erhalten.

Mit den regionalen Anlaufstellen der Jugendberufsagentur Berlin wird es neben dieser schulischen Bezugsebene für alle jungen Menschen (z.B. in Abbruchsituationen in Ausbildung und Studium) ein wohnortnahes Beratungsangebot geben, das sich sehr zeitnah um ihre Belange kümmert, auf die persönliche Situation eingeht und möglichst zügig eine passgenaue Anschlusslösung findet.

Den bezirklichen Jugendämtern werden mit der Einrichtung der Jugendberufsagenturen jeweils zwei Stellen zur Verfügung gestellt. Jede regionale Anlaufstelle erhält zudem eine Beraterin oder einen Berater der beruflichen Schulen.

Damit bleibt das Projekt „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“ weiter in seinem ambitionierten Zeitplan: Eröffnung eines regionalen Standortes in allen Bezirken bis Ende 2016.

Pressemitteilung vom 19.03.2015

Hintergrundinformationen und Zeitstrahl zur Jugendberufsagentur